Die Japaner habens besser…..mindestens die Fruchthändler

Ich habe ja kürzlich auf den ganz anderen Stellenwert des Obstes in Japan hingewiesen. Obst ist da eine Delikatesse , jede Frucht wird sorgsam und individuell gepflegt und auch so verkauft und geauft. Natürlich spiegelt sich das dann auch bei den Preisen. Su wurde kürzlich – wenn man einer Pressemeldung glauben darf – und ich glaube es gerne.... – eine Traube oder ein Bündel Trauben für 910 Dollar verkauft…. Selbstverständlich handelte es sich um eine Neuheit, eine neue Sorte mit besonders grossen Beeren….

Tafeltrauben aus dem heimischen Qualitätsanbau sind übrigens auch in der Schweiz am kommen. Vor allem im Thurgau ist eine steigende Produktion zu verzeichnen und viele anvantgardistische Obstbauern, allen voran mein Lehrmeister Christian Krebs, wagen sich in diese neue Kultur und probieren auch immer neue Sorten aus. Wir werden im Herbst einen Besuch im Thurgau machen und dann auch hier über die aufkommende Schweizer Tafeltraubenproduktion berichten.

Sollen wir dann auch einen Abschnitt den Preisen widmen?

Advertisements

Brombeere Navaho

Es war vor über 15 Jahren. Meine Tante kam vom Feld und berichtete beim Mittagessen, sie hätte eine wunderschöne Brombeere gesehen, auf dem Versuchsfeld, mit aromatisch ausgezeichneten Früchten…Da erinnerte ich mich: Es musste sich um einige fast vergessenen Versuchssorten handeln, die ich vor 2 Jahren (heute vor ca 17-18 Jahren) aus den USA, genauer aus Fayetteville im Staat Arkansas, vom Züchter der lokalen Universität Jim Moore bezogen hatte…..

Und wiklich: die Sorte hielt, was meine Tante versprochen hatte: Sie stand da im Versuchsfeld ohne Gerüst und ohne Unterstützung, war voll von Beeren, die aromatisch sicher besser waren, als alles, was ich bisher an Brombeeren gegessen hatte….Damit war die Sorte Navaho sozusagen ein zweites Mal geboren: sie war nun auch in Europa angekommen. 

In diesen 15 Jahren ist es uns gelungen, Navaho zu einer der beiden verbreitetsten Brombeeren im Erwerbsanbau und vor allem im Hausgarten zu machen.

Sie zeichnet sich dabei vor allem mit folgenden Eigenschaften aus:

  • sehr gutes Aroma, in Blindtests besser als die alte dornige Brombeere Theodor Reimers; aber auch Navaho muss wirklich reif gepflückt werden, um gut zu schmecken. Sie hat dabei aber den Vorteil, dass sie auch reif sehr fest und gut transportfähig ist
  • aufrechter Wuchs und Dornenlosigkeit, daher einfach zu erziehen, sie kann im Hausgarten auch an einem Einzelpfahl gezogen werden
  • Robustheit, vor allem ist sie viel weniger anfällig für falschen Mehltau als die ebenfalls häufig angebaute Loch Ness. Daher ist sie auch die einzige Brombeere, die erfolgreich im Bioanbau produziert werden kann

Die Dicken Blauen – Kulturheidelbeeren

In den letzten 30 Jahren haben die Kulturheidelbeeren (die sogenannten Highbush-Blueberries) von Ihrer Heimat USA aus den Siegeszug durch die ganze Welt angetreten. Während sie in den USA neben den Erdbeeren schon die wichtigste Beerenobstart darstellen, gewinnen sie auch in Australien, Neuseeland, England und Kontinentaleuropa zunehmend an Bedeutung. Auch findet man sie immer häufiger in den Hausgärten.

Im Zusammenhang mit den Kulturheidelbeeren tauchen immer wieder ähnliche Fragen auf, die wir gerne mal konzentriert beantworten.

Sind Waldheidelbeeren nicht viel besser als Kulturheidelbeeren?

HMM, das ist Geschmackssache. Aber in Blindtests schneiden die meisten Kulturheidelbeeren in der Regel besser ab als die Waldheidelbeeren. Dies hängt nicht nur mit dem Aroma zusammen, sondern auch mit dem gesamten Esserlebnis: Das Verhältnis Samen-Fruchtfleisch ist bei den Waldheidelbeeren viel ungünstiger als bei den Kultruheidelbeeren. Selbstverständlich gibt es auch Unterschiede zwischen den Kulturheidelbeersorten. Eine Degustation von verschiedenen Sorten finden Sie hier

Bekomme ich von den Kulturheidelbeeren auch einen blauen Mund?

Nein, das Fruchtflesich der Kulturheidelbeeren ist nicht blau durchgefärbt.

Wo können Kulturheidelbeeren überhaupt kultiviert werden, welche Ansprüche haben sie?

Die Highbusblueberries passen ganz gut in unser Klima, sie sind auch problemlos winterhart. In den Südstaaten der USA gibt es noch andere Heidelbeerarten, die teilweise weniger winterhart sind, aber bei uns auch nicht angebaut werden. Im Gegensatz zu den Waldheidelbeeren sind Kulturheidelbeeren keine Waldpflanzen, brauchen also die Sonnenexposition für die Fruchtqualität. Allerdings: Kulturheidelbeeren brauchen unbedingt einen sauren Boden, den die Anbauer bei uns meist künstlich durch Aufschüttung von Rindenkomposten und Ähnlichem herstellen müssen.

Sind Kulturheidelbeeren nicht heikel, und müssen sehr oft gespritzt werden?

Das Gegenteil ist der Fall. Sie sind sehr robust und haben mindestens bei uns noch kaum tierische und pilzliche Schadorganismen. Es sei denn, die Vögel entdecken irgendwo ein neues Heidelbeerfeld, dann muss es mit Netzen geschützt werden…. Als Folge dieser Robustheit können Heidelbeeren bei uns auch ganz gut von Biobetrieben angebaut werden. So baut auch die Biofrucht AG, die dem Fruchtzeit-Partner Walter Federspiel gehört, Kulturheidelbeeren an! Meistens kommen Fruchtzeit-Heidelbeeren aus diesem Betrieb!

Können Heidelbeeren eingefroren werden?

Ja problemlos. Legen Sie die Heidelbeeren lose auf ein Blech. Dann das Blech in die Gefriertruhe, bis die Früchte etwas angefroren sind. Danach erst in Büchsen oder Beutel abfüllen und definitv in der Gefriertruhe einlagern

Kann ich Heidelbeeren auch in meinem Garten anbauen? Wo kann ich mehr über Heidelbeeren erfahren?

Ja natürlich. Hier finden Sie ein Video mit Anbautipps, hier ein Video über die bestschmeckenden Sorten, hier eine Kulturanleitung, hier weitere Fragen und Antworten zu Heidelbeeren, und hier bei Lubera Pflanzen für Ihren Garten….

Fruchtlink der Woche

Haben Sie schon Weine degustiert? Ja? Und darüber geredet?

Langer Frage kurzer Sinn: Degustieren kann man natürlich auch Früchte: die Textur wahrnehmen, das Zucker-Säureverhältnis mit der Zunge bestimmen und dem Aroma nachsinnen. Letzte Woche schrieb ich ja einen Artikel über das richtige Degustieren von Früchten….

Gerne weise ich Sie nun auf ein Video hin, das mich und den Betriebsleiter von Lubera, Robert Maierhofer, beim Degustieren von Heidelbeeren, von Heidelbeersorten zeigt. Hier gehts zum Video.

Die Unterschiede zwischen den Sorten waren überraschend gross – und wir werden nun den Partnern von Fruchtzeit detailliert mitteilen können, welches die besten Sorten für unsere Fruchtliebhaber sind….

Wie werden Erdbeeren jetzt im Sommer produziert

Wir wissen es: die frühen Erdbeeren ab Januar kommen aus dem Süden. Aber woher kommen dann die späten Erdbeeren , jetzt im Juli und August?  Jetzt ist doch gar keine Erdbeerzeit, wie kann man jetzt Erdbeeren produzieren?

Die Scheizer Anbauer, von denen wir unsere Erdbeeren beziehen, wenden dazu zwei Methoden, zwei Anbautechniken an.

Frigo A+ Pflanzen von einmaltragenden Erdbeeren

Sie kaufen ganz schwere, ‚dicke‘ Erdbeerjungpflanzen, die beim Vermehrer im November/Dezember gerodet wurden und danach eingefroren waren. Sie haben schon im letzten Herbst auf dem Vermehrungsfeld in ihren Herzchen Blüten angelegt und müssen genau 7-8 Wochen vor dem gewünschten Erntetermin gepflanzt werden. So werden sie also zB Ende Mai gepflanzt, starten los, blühen gleich und tragen jetzt schon, Ende Juli Früchte. Mit solchen Terminkulturen ist es möglich, die ganze Vegetationsperiode über Schweizer Erdbeeren zu produzieren

Tagneutrale, immertragende Sorten

Daneben gibt es tagneutrale, immertragende Sorten. Diese legen die Blüten nicht nur im kürzerwerdenden Tag im Sommer7Herbst an, sondern die ganze Vegetationsperiode über und fruchten deshalb auch immer. Allerdings ist hier die Ernte aufweniger als bei den Frigo A+ Pflanzen, da pro Flächeneinheit und Zeit weniger Früchte reif werden als bei den normalen Erdbeeren (sehr stark folgernde Reife)